Nörvenicher Ortsteile

Nörvenich besteht aus 14 Ortsteilen, die es alle verdienen, hier näher vorgestellt zu werden. Nachfolgend sehen Sie die Ortsteile aufgelistet. Klicken Sie einfach den Ortsteil an, über den Sie mehr zu erfahren wünschen.
Die Mariengrotte neben der Kirche

Binsfeld

Binsfeld ist der westlichste Ortsteil der Gemeinde und grenzt direkt an die Stadt Düren. Deshalb wuchs die Bedeutung des Ortes als Wohnstätte für viele Pendler. Heute hat Binsfeld - inmitten fruchtbarer Äcker gelegen - 950 Einwohner.
Aus einigen Funden der Vorgeschichte kann man ersehen, dass der Ort bereits uraltes Siedlungsgebiet ist. Bereits um 400 n. Chr. soll hier eine Schlacht zwischen Römern und Franken stattgefunden haben. Im Jahre 966 wird berichtet, dass die Binsfelder Kirche der Abtei Nevilles im heutigen Belgien gehörte.
Bis 1939 war Binsfeld ein eigenständiges Amt, dessen "Rathaus" jedoch in Frauwüllesheim stand. Am 1.1.1969 vereinigte sich die Gemeinde Binsfeld mit den anderen Orten zur neuen Gemeinde Nörvenich. Sehenswert ist nicht nur die Pfarrkirche St. Gertrudis, sondern auch die nebenan liegende Mariengrotte, die einst eine bekannte Wallfahrtsstätte war. Die sehenswerte Burg Binsfeld mit ihren einzigartigen Arkaden beherbergt heute eine Seniorenresidenz.

Die Kreuzigungsgruppe in der Ortsmitte

Dorweiler

Dorweiler wurde erst bei der kommunalen Neugliederung am 1.1.1975 von der Stadt Erftstadt an die Gemeinde Nörvenich abgegeben. Seit vielen Jahrhunderten bestehen jedoch bereits Beziehungen zwischen Dorweiler und den Dörfern der Gemeinde. So gehörte Dorweiler z.B. schon immer zur Pfarre Hochkirchen, dem sog. "Kirchspiel".
Schutzpatronin Dorweilers ist St. Margaretha. Hiervon zeugt nicht nur die Benennung der dorfprägenden Straße, sondern auch das Kapellenpatrozinium. Schräg gegenüber der Kapelle steht ein Bilderstock, der vor wenigen Jahren kunstvoll restauriert wurde.
Vom Gemeinschaftssinn der Einwohner zeugt die große Schützenhalle, die in Eigenleistung erbaut wurde.
Die Festhalle "Am Dorfbrunnen"

Eggersheim

Das kleine Dorf liegt idyllisch in der Neffelbachaue zwischen fruchtbaren Feldern, Wiesen und kleinen Waldstücken. Wie alle anderen Orte, deren Name auf "-heim" endet, ist Eggersheim wahrscheinlich fränkischen Ursprungs. In der jülischen Zeit war der Ort Grenze des kurkölnischen Gebietes.
Direkt entlang des Wegedorfes führt der Heerweg, heute die Bundesstraße 477. Dieser alte römische Straßenzug führte von Neuss nach Zülpich und verzweigte sich dort in die Eifel und nach Frankreich.
Vor wenigen Jahren bauten die Einwohner in Eigenleistung eine alte Pferdestallung zu einer schönen Festhalle um. Es ist heute Treffpunkt der 240 Einwohner.
Von 1971 bis 2001 konnte Eggersheim im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" viele Preise erringen. Im Jahr 2003 wurde Eggersheim Kreissieger in diesem Wettbewerb.
Die Heribertstraße mit der Pfarrkirche

Eschweiler über Feld

Eschweiler über Feld ist der zweitgrößte Ort der Gemeinde mit 1100 Einwohnern.
Inmitten weiter Ackerböden gelegen, die hauptsächlich zum Anbau von Zuckerrüben genutzt werden, sieht man hier markante Pappelreihen. Sie wurden in den Nachkriegsjahren als Windschutzhecken und zur Beeinflussung der klimatischen Verhältnisse gepflanzt.
Bodenfunde bezeugen, dass hier schon in der Jungsteinzeit und Bronzezeit Menschen gelebt haben. Ganz in der Nähe des Ortes sind römische Ansiedlungen nachgewiesen. Erstmalig genannt wird das Dorf im Jahre 1003, als die St. Herbert-Kirche (heute St. Heribert-Kirche) und ein Hof der Abtei Deutz geschenkt wurde.
Die Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung

Frauwüllesheim

Frauwüllesheim ist weithin durch den markanten Wasserturm sichtbar. Er befindet sich in Privatbesitz.
Wahrscheinlich fränkischen Ursprungs, hat Frauwüllesheim heute 760 Einwohner, von denen nur noch wenige die umliegenden Äcker bestellen.
Zu den Sehenswürdigkeiten im Ort zählt die Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung und das restaurierte Kreuz in der Weißfrauenhofstraße.
An der Landstraße Richtung Kelz liegt, versteckt unter Bäumen, die Wohnschaft Isweiler. Auch die dortige Kapelle wird gerne als Raststelle bei Radtouren durch die fruchtbare Ebene und als Besichtigungsobjekt angefahren.
Weithin sichtbar überragt die Pfarrkirche St. Viktor das Neffeltal und den Ort

Hochkirchen

Der am Neffelbach gelegene Ort war bereits in römischer Zeit besiedelt. Die nahegelegene alte Heerstraße, die von Novaesium (Neuss) nach Tolbiacum (Zülpich) führte, konnte man vom teilweise hochgelegenen Dorf aus weit übersehen.
Weithin sichtbar überragt die Pfarrkirche St. Viktor das Dorf. Dort wurde vor wenigen Jahren eine alte Kapelle in der Kirche restauriert und macht diese alte Pfarrkirche besonders sehenswert. St. Viktor ist die Hauptkirche des sog. "Kirchspiels", zu dem die Orte Irresheim, Eggersheim, Dorweiler, Poll und natürlich Hochkirchen selbst gehören.
Die Annakapelle

Irresheim

Dieser kleine Ort ist weit über die Grenzen hinaus durch seine Erfolge beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" bekannt geworden. 1967 wurde Irresheim als drittschönstes Dorf der Bundesrepublik ausgezeichnet. Auch auf Landesebene wurden viele Preise errungen.
Der Gemeinsinn der Dorfbevölkerung ist sprichwörtlich. Wege wurden in Eigenleistung saniert, aus einer alten Baracke entstand das Jugendheim, ein Spielplatz wurde angelegt und das ganze Dorf verschönert.
Sehenswert ist die Annakapelle, neben der der Präsident der Deutschen Gartenbaugesellschaft, Lennart Graf Bernadotte (1909-2004), bekannt als Besitzer der Insel Mainau im Bodensee, einen Baum gepflanzt hat. Schräg gegenüber liegt ein altes Backhaus, im Volksmund als "Et Backes" bekannt.
Schloss Nörvenich

Nörvenich

Nörvenich ist der Hauptort der Gemeinde.
Bedingt durch die günstige Verkehrslage, den NATO-Flugplatz und die ständige Erschließung neuer Baugebiete hat sich die Einwohnerzahl hier in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Heute leben in Nörvenich 4200 Menschen. Ein Gewerbegebiet, am Ortsrand gelegen, sorgt mit seinen Betrieben für viele Arbeitsplätze und mit den Supermärkten für günstige Einkaufsmöglichkeiten.
Hauptarbeitgeber ist die Bundeswehr. Der Fliegerhorst hat Nörvenich weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht.
Haupt- und Grundschule, mehrere Kindergärten und eine Sporthalle sorgen in Nörvenich für eine gute Infrastruktur.
Busverbindungen in alle Himmelsrichtungen und ein gut ausgebautes Straßennetz schaffen die Verbindungen zu den Zentren Düren und Köln.
Sehenswürdig sind die drei Burgen, nämlich die "Alte Burg" im Nörvenicher Wald oberhalb vom Neffelbach, von der nur noch Fundamentsreste erhalten sind. Die "Harff'sche Burg" direkt am Neffelbach in der Nähe des neuen Friedhofes gelegen, wurde 1565 erbaut und ist nur noch als Ruine erhalten.
Die Wasserburg "Schloss Nörvenich", mitten im Ortskern am Burgpark gelegen, trug bis vor kurzem den Namen "Gymnicher Burg". Ihre Ursprünge gehen auf das 14. Jahrhundert zurück. Nach vielen Nutzungen, z.B. als landwirtschaftlicher Betrieb, Kriegslazarett, Wohnhaus und Schule, wurde das Schloss an eine Eigentümergemeinschaft verkauft, die dort ein Museum eingerichtet hat und die Gebäude und Anlagen liebevoll renovierte.

In den beiden Kreisverkehren am Gewerbepark und an der Bundesstraße 477 stehen jeweils Skulpturen, die von der Bronzegießerei Stransky aus Nörvenich gestiftet wurden. Die beleuchtete Skulptur an der B 477 stellt eine Familie mit Kindern und ein Herz dar. Hier ist der Ausspruch eines amerikanischen Soldaten "Nörvenich ist eine kleine Gemeinde mit Herz" symbolhaft dargestellt. Im östlichen Kreisverkehr sind Vögel aufgestellt, und zwar für jeden Ortsteil einer.
Die Kapelle St. Antonius ist das letzte Gebäude von Alt-Oberbolheim

Oberbolheim

Das alte Oberbolheim lag direkt neben der Fliegerhorstzufahrt unterhalb der Start- und Landebahn des Fliegerhorstes. Wegen der Lärmbelästigung durch die Düsenflugzeuge und die schrecklichen Abstürze, wurde der Ort in einer damals einzigartigen Aktion durch das Bundesverteidigungsministerium umgesiedelt. Heute erinnert nur noch die Antonius-Kapelle an den alten Ort.
Am östlichen Rand von Nörvenich wurde in den Jahren 1968/1969 der neue Ort Oberbolheim "aus dem Boden gestampft". Nach modernen städteplanerischen Gesichtspunkten entstanden hier neue Wohnhäuser rund um das Gemeinschaftshaus, das Antoniushaus. Trotz des Umsiedlungsprozesses konnten die alten gewachsenen Strukturen weitgehend erhalten bleiben.
Die Pfarrkirche St. Martinus

Pingsheim

Pingsheim, fränkischen Ursprunges, ist uraltes Siedlungsgebiet. Erzbischof Heribert von Köln schenkte die wunderschöne Pingsheimer Kirche im Jahre 1022 der Abtei St. Martin in Köln. Jahrhunderte lang hatte diese Abtei Einfluss auf den Ort. St. Martinus ist noch heute der Pfarrpatron.
Pingsheim zählt als einziger Ort bis heute zum Erzbistum Köln, alle anderen Orte der Gemeinde zum Bistum Aachen.
Pingsheim gehörte als selbständige Gemeinde zum Amt Lechenich und wurde 1969 in die neu gebildete Stadt Erftstadt übernommen. Erst am 1.1.1975 kam der Ort zur Gemeinde Nörvenich.
Heute ist Pingsheim mit seinen 720 Einwohnern ein moderner ländlicher Ort, der durch Neubaugebiete in den letzten Jahren ständig gewachsen ist. Ein Kindergarten wurde vor kurzer Zeit neu eröffnet und gibt dem Ort somit mehr Lebensqualität, insbesondere für junge Familien.
Durch die neue Ortskanalisation wurden die Straßen erneuert und viele Grünbeete angelegt.
Seit Jahrzehnten fahren viele Pingsheimer zur Arbeit ins nahe gelegene Braunkohlenrevier.
Die Kapelle St. Petrus in Ketten

Poll

Der kleine Ort liegt abseits von den großen Verkehrswegen mitten in den Feldern der Bördenlandschaft.
Schon sehr früh muss Poll besiedelt gewesen sein, worauf steinzeitliche Funde hinweisen.
In der mittelalterlichen Geschichte wurde Poll von spanischen Söldnern geplündert und gebrandschatzt. Aber auch in Hexenprozessen wird Poll häufig genannt.
Besonders sehenswert ist in diesem zum Kirchspiel Hochkirchen gehörenden Dorf die Kapelle "St. Peter in Ketten". Auch die vielen Bauernhöfe mit ihren teilweise sorgsam gehüteten alten landwirtschaftlichen Geräten, bieten ein buntes Bild für den Besucher.
Die St. Nikolaus-Kapelle

Rath

Rath gehörte seit Alters her zum Amt Nörvenich. Bis in das 19. Jahrhundert war der Ort sogar kirchlich mit Nörvenich verbunden. Die Nikolauskapelle ist mehrere Jahrhunderte alt und wurde in den 70er Jahren baulich erweitert.
Der Einwohnerzuwachs ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zurück ging und die Gebäude zu Wohnzwecken umgebaut wurden. Aber auch die Errichtung von Miethäusern und Eigenheimen in neuen Baugebieten trug ihren Teil zum Bevölkerungszuwachs bei.
Nach der Kanalisation wurden viele Straßen neu ausgebaut und geben Rath ein neues Gesicht.
Der Ort vom nahegelegenen Silo aus gesehen

Rommelsheim

Etwas entfernt vom weithin sichtbaren Silo einer landwirtschaftlichen Genossenschaft liegt inmitten der Bördenlandschaft der Ort Rommelsheim.
Rommelsheim war bis zur kommunalen Neugliederung am 1.1.1969 Ortsteil des Nachbarortes Binsfeld. Seit diesem Zeitpunkt erst ist Rommelsheim eigenständiger Ortsteil der neuen Gemeinde Nörvenich.
Mitten durch den Ort fließt der Ellbach, ein kleines Rinnsal, welches bei Stockheim entspringt und bei Jülich in die Rur mündet. In der Vergangenheit war durch diesen kleinen Bach das Dorf häufig von Hochwasser heimgesucht.
Nahe bei Rommelsheim liegt die Burg Bubenheim, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut wurde. Heute befindet sich die Burg, im Volksmund "Bobbele" genannt, in Privatbesitz. Direkt daneben liegt das Gut Bubenheim und an der Bördebahn der Weiler Bahnhof Bubenheim mit dem Silo.
Der Brunnen in der Ortsmitte auf dem Schillerplatz

Wissersheim

Wissersheim wurde erstmals 836 in einer Schenkungsurkunde Ludwig des Frommen erwähnt. Die Wissersheimer waren schon immer ein lustiges Völkchen, denn am 10. Juni 1550 wurde über eine Kirchenvisitation protokolliert: "Fieren liever, dan sie fasten." (frei übersetzt: Sie feiern lieber, als dass sie fasten).
1969 wurde Wissersheim von der neuen Gemeinde Nörvenich an die Stadt Erftstadt abgegeben und kam am 1.1.1975 wieder zurück zur Gemeinde.
Wahrzeichen Wissersheim's ist der völlig restaurierte Wasserturm, der sich heute in Privatbesitz befindet, und schon aus weiter Entfernung zu sehen ist.
Durch den Neubau des "Wohnparks" am westlichen Ortsrand wurden viele Bürger aus dem Ballungsraum Köln-Bonn hier ansässig. Aber auch neue Wohngebiete boten Familien Gelegenheit, sich hier Eigentum zu schaffen.

Sonstiges aus den Ortsteilen

Werdegang einer Bäckerei im Nörvenich des 20. Jahrhunderts

In den 50ziger Jahren des 19. Jahrhunderts  gab es in  Nörvenich  eine Bäckerei in  der  Bahnhofstr. Hausnr. 56 .  Bäckermeister war damals Matthias Hoch. Abgemeldet und aus der Handswerkerrolle gelöscht  im September 1954.  Als Nachfolger wurde im März 1957  Theo Groß eingetragen. Nur kurze Zeit später wurde das Gewerbe wieder abgemeldet  und ging auf Hubert Groß über. Die Art des Gewerbes bezog sich auf einen  Bäckereibetrieb und einen Flaschenbierverkauf.

Bereits  im September 1962  hat der Bäckermeister Josef Biergans  aus  Buir, diese Bäckerei  übernommen.  Im Frühjahr 1971 wurde sie dann endgültig geschlossen.  Es  erfolgten Umbauten zu normalen Wohnungen.

Laut  einer Betriebskarte von 1962 besaß  die Bäckerei einen Dampfofen mit einer Backfläche von 4,14 m², Der monatliche Verbrauch an Brikett lag  bei 2 to, die Mehlverarbeitung bei täglich 2 dz (Doppelzentner).  In einer Brotpreisüberprüfung vom 19. Juli 1950 ergaben sich folgende Preise: ein  Weißbrot  0,66 DM (0,34 Euro) und  ein Schwarzbrot  0,42 DM (0,22 Euro).

In einer kleinen Ausstellung in der Gemeindeverwaltung sind aus  dieser Bäckerei noch Arbeitsgeräte zu sehen. Hier bedanken wir uns bei  Fam. Schwan aus Nörvenich  für die Bereitstellung dieser Gegenstände.
Eine Besichtigung der Ausstellung erfolgt nur zu den Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung.

K.Paulus, Archiv Gemeinde Nörvenich (AGN)